
Im ersten Teil der Studie werden Umfang und Hintergründe der Kinderarbeit in Indien umrissen: Mehrere Zehnmillionen Kinder arbeiten trotz der vielen Gesetze, die dies verbieten und Schulpflicht vorschreiben. Selbst Schuldknechtschaft ist immer noch weit verbreitet.
Die anschließend beschriebenen Zustände in der Steinindustrie sind somit exemplarisch für die Verhältnisse in anderen Bereichen: Die indische Steinindustrie hat ihre Kapazitäten in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Ein erheblicher Teil der Steine und hier vor allem Marmor und Granit geht in den Export. Deutschland zählt dabei zu den größten Abnehmern. Vorortstudien ergaben, dass beim Abbau in den Minen oftmals nicht einmal geringste Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. In vielen der Minen arbeiten zudem Kinder, obwohl dies sowohl gegen nationale Gesetze als auch gegen internationale Konventionen verstößt.
Die hiesigen Abnehmer der Steine tragen eine Mitverantwortung. KundInnen aus Deutschland seien es Kommunen, Firmen oder Privatpersonen müssen Einfluss nehmen und die Einführung von sozialen und ökologischen Mindeststandards fordern. Sie sind dabei keineswegs machtlos, denn die stark expandierende indische Steinindustrie hat ein hohes Interesse daran, ihre Exporte auszubauen. Die Selbstverpflichtungen deutscher Kommunen, keine Steine aus Kinderarbeit zu kaufen, führen ebenso wie die Einführung eines Siegels für den Import von indischen Grabsteinen aus Granit in die richtige Richtung. Gefragt ist jedoch vor allem der indische Staat, der die bestehenden Gesetze durchsetzen und bessere Rahmenbedingungen für die Kinder (und die Erwachsenen) schaffen muss.
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Indien: Kinderarbeit in der Steinindustrie
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