Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

Weltweit arbeiten viele Millionen Menschen auf Baumwollfeldern. Sie tun dies in der Regel ohne Arbeitsverträge oder Gesundheitsschutz, auf mit Pestiziden belasteten Feldern, zu niedrigsten Löhnen bei überlangen Arbeitszeiten, um sich und ihre Familien zu ernähren.

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Aktuelles/Pressemitteilungen

Baumwollanbau in Indien: Fairtrade muss Standard nachschärfen

Bonn, 30.09.2021. Das SÜDWIND-Institut ruft Fairtrade dazu auf, den im Baumwollanbau angewendeten Fairtrade-Standard für Vertragsproduktion nachzubessern. Damit soll den Ergebnissen einer Vor-Ort-Recherche auf indischen Baumwollfeldern Rechnung getragen werden. Diese führte das SÜDWIND-Institut zusammen mit dem indischen Partner Center for Labour Research and Action (CLRA) in der Saison 2020/21 durch. Verglichen wurden in dieser nicht-repräsentativen Untersuchung die Arbeitsbedingungen auf Fairtrade-zertifizierten Baumwollfarmen mit denen auf konventionellen Baumwollfarmen.

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Audio/Video

Fast Fashion auf der Seidenstraße – Wie verändert Corona die globale Textilproduktion?

Videomitschnitt zur Online-Veranstaltung mit Sabine Ferenschild am 10.03.2021

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Aus unseren Netzwerken

Kampagne für saubere Kleidung: Endlich ein internationales Abkommen für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie

Am 26. August gaben Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften eine Einigung über ein neues internationales Abkommen für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie bekannt, mit dem das durch das Abkommen von Bangladesch eingeführte Modell für den Schutz der Näherinnen bewahrt, erweitert und ausgebaut wird.

 

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