Alle verfügbaren Publikationen

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Ein neuer Maßstab für den Klimaschutz? REDD+ als Instrument für nachhaltiges Waldmanagement

Art.-Nr.: 2017-05

Erscheinungsjahr: 2017

Ein effektiver Waldschutz ist für die Erreichung der weltweiten Klimaziele und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C von großer Bedeutung. Auch wenn die Entwaldungsrate in den letzten Jahren rückläufig war und der Anteil des Wald- und Forstsektors an den weltweiten CO2-Emissionen abgenommen hat, ist der Waldverlust vor allem in den Tropen noch immer besorgniserregend. Einer der wichtigsten Treiber ist hier die Agroindustrie, die in weiten Teilen auch für den Export nach Deutschland produziert. REDD+ ist der Versuch einer offiziellen Antwort auf den weiter voranschreitenden Waldverlust. Die Abkürzung steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation“ (Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung). Mit Hilfe von REDD+ sollen Entwicklungsländer ermuntert werden, durch verbesserten Waldschutz und vermiedene Entwaldung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Können sie nachweisen, dass sie den Wald erfolgreich geschützt haben, erhalten sie von den Industrienationen Geld für jede Tonne reduziertes CO2. Das soll den finanziellen Anreiz für den Schutz der Wälder und deren finanzielles Gewicht in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen erhöhen.

Doch so einfach die Idee klingen mag, so komplex und umstritten ist die Umsetzung. Vor allem die Frage der Finanzierung wird kontrovers diskutiert. Der Ansatz, REDD+-Maßnahmen über Emissionszertifikate für den internationalen Kohlenstoffmarkt zu finanzieren, stößt auf Kritik. Unterschiedlich wird auch die Frage bewertet, wie die in den Waldgebieten lebenden, oft indigenen Gemeinden einbezogen werden sollen. Trotz Schutzklauseln werden sie oft in ihren Rechten zur Nutzung der Wälder eingeschränkt. Der Erfolg von REDD+ wird sich letztlich aber auch daran messen lassen müssen, ob das Instrument in der Lage ist, die größten Treiber der Entwaldung, allen voran die Agroindustrie, in die Schranken zu weisen.

(Irene Knoke, Dr. Pedro Morazán, 24 Seiten)

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Art.-Nr.: 2017-05

Erscheinungsjahr: 2017

Ein effektiver Waldschutz ist für die Erreichung der weltweiten Klimaziele und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5°C von großer Bedeutung. Auch wenn die Entwaldungsrate in den letzten Jahren rückläufig war und der Anteil des Wald- und Forstsektors an den weltweiten CO2-Emissionen abgenommen hat, ist der Waldverlust vor allem in den Tropen noch immer besorgniserregend. Einer der wichtigsten Treiber ist hier die Agroindustrie, die in weiten Teilen auch für den Export nach Deutschland produziert. REDD+ ist der Versuch einer offiziellen Antwort auf den weiter voranschreitenden Waldverlust. Die Abkürzung steht für „Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation“ (Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung). Mit Hilfe von REDD+ sollen Entwicklungsländer ermuntert werden, durch verbesserten Waldschutz und vermiedene Entwaldung einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Können sie nachweisen, dass sie den Wald erfolgreich geschützt haben, erhalten sie von den Industrienationen Geld für jede Tonne reduziertes CO2. Das soll den finanziellen Anreiz für den Schutz der Wälder und deren finanzielles Gewicht in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen erhöhen.

Doch so einfach die Idee klingen mag, so komplex und umstritten ist die Umsetzung. Vor allem die Frage der Finanzierung wird kontrovers diskutiert. Der Ansatz, REDD+-Maßnahmen über Emissionszertifikate für den internationalen Kohlenstoffmarkt zu finanzieren, stößt auf Kritik. Unterschiedlich wird auch die Frage bewertet, wie die in den Waldgebieten lebenden, oft indigenen Gemeinden einbezogen werden sollen. Trotz Schutzklauseln werden sie oft in ihren Rechten zur Nutzung der Wälder eingeschränkt. Der Erfolg von REDD+ wird sich letztlich aber auch daran messen lassen müssen, ob das Instrument in der Lage ist, die größten Treiber der Entwaldung, allen voran die Agroindustrie, in die Schranken zu weisen.

(Irene Knoke, Dr. Pedro Morazán, 24 Seiten)

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