Arbeitsbedingungen in der textilen Kette

In der weltweiten Textil- und Bekleidungsindustrie sind schwerwiegende Arbeitsrechtsverletzungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten an der Tagesordnung. Viele von ihnen sind informell beschäftigt. Ihre Arbeit ist sozial ungeschützt und unter ihnen ist Armut weit verbreitet. Über die Hälfte der informell Arbeitenden sind Frauen. Wichtige Hebel zur Absenkung von Arbeits- und Sozialstandards waren in den letzten Jahrzehnten die Ausbreitung von „Freien Exportzonen“, die wachsende Beschäftigung von MigrantInnen sowie die Liberalisierung im Welttextilhandel. Auf allen Stufen der textilen Wertschöpfungskette - vom Anbau und der Verarbeitung von Baumwolle über Spinnereien, Webereien, Textilverarbeitung und Konfektionierung - sind informelle Arbeitsverhältnisse Alltag. SÜDWIND untersucht diese sowie die Arbeitsbedingungen von formell Beschäftigten zusammen mit Partnerorganisationen in den Produktionsländern.

SÜDWIND arbeitet seit der Gründung im Trägerkreis der Kampagne für Saubere Kleidung/Clean Clothes Campaign (CCC) mit. Die CCC ist ein weltweites Netzwerk. Um die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit zu verbessern, informiert die CCC die VerbraucherInnen, übt Einfluss auf Unternehmen aus, unterstützt Arbeitnehmerorganisationen in Konfliktfällen und führt Kampagnen durch, die sich an die Politik wendet.

Publikationen

Kinderarbeit kann unsichtbar in jedem Kleidungsstück oder Handtuch aus indischer Baumwolle stecken, denn Indien gehört zu den wichtigsten Baumwollproduzenten und -exporteuren weltweit. Wer Textilien und Bekleidung ohne Kinderarbeit anbieten (oder konsumieren) will, muss deshalb auch der Frage nachgehen, unter welchen Bedingungen das Saatgut produziert wurde, aus dem dann später die Baumwollfaser gewonnen und verarbeitet wurde.

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Aktuelles/Pressemitteilungen

Globalisierung menschenwürdig gestalten: Vierte Verhandlung über UN-Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten steht bevor

Bonn, 11.10.2018: In der nächsten Woche (15.-19.10.2018) verhandelt eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen in Genf über ein verbindliches Abkommen zu Wirtschaft und Menschenrechten. Das Bonner SÜDWIND-Institut, das sich in der Treaty Alliance für ein solches Abkommen engagiert, hält verbindliche internationale Regeln für unabdingbar, um die Menschen, die mit der Herstellung unserer Alltagsprodukte in Verbindung stehen, wirksam zu schützen. 

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Audio/Video

Radioninterview Deutschlandfunk: "Sneaker: Die Rückkehr der Hässlichkeit"

Ugly Sneakers sind das neue Ding in der Schuhwelt. Und jetzt sind sogar die Buffalos zurück, der Gipfel der Hässlichkeit aus den Neunzigern. Überfordert Euch diese Modeentwicklung? Keine Panik! Rami Eiserfey vom Praise Magazin erklärt, wie ihr unter den vielen Hässlichen den richtig Hässlichen findet. Außerdem im Podcast: Sneakerqueen Julia Schoierer hat 800 bis 1000 Sneaker. Sie erzählt, wie sie entscheidet, welchen Schuh sie wann anzieht. Aber der Hype hat seinen Preis. 23 Milliarden Sneaker werden jedes Jahr produziert, alleine 700 Millionen für Deutschland. Anton Pieper von SÜDWIND erklärt, wer den Preis für diesen Massenkonsum zahlt und warum Sneaker eigentlich in den Sondermüll gehören.

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Aus unseren Netzwerken

Stellungnahme der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) zum Umsetzungskonzept des Grünen Knopfs des BMZ

26.09.2018: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung plant die Einführung eines staatlichen Metasiegels für die textile Lieferkette ("Grüner Knopf") und lud deshalb im September 2018 zu einem Runden Tisch zur Diskussion des Umsetzungskonzepts dieses Metasiegels ein. Die Kampagne für Saubere Kleidung nahm an dieser Diskussion teil und teilt nun mit dieser Stellungnahme ihre dort bereits eingebrachte Sichtweise auch schriftlich mit.

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