Publikationen

Kakao-Barometer 2018

Art.-Nr.: 2018-32

Erscheinungsjahr: 2018

Der Weltmarktpreis für Kakao ist zwischen September 2016 und Februar 2017 massiv gefallen. Kleinbäuerinnen und -bauern, die bereits zuvor häufig unter Armut litten, wurden binnen weniger Monate mit einem Preisverfall von 30 bis 40 Prozent konfrontiert. Einzige Ausnahme waren die ProduzentInnen in Ghana, wo die Regierung den Kakaopreis indirekt subventioniert. Obwohl die Preise derzeit wieder steigen, tragen FarmerInnen weiterhin das Risiko schwankender Preise. Es gibt derzeit keine gemeinsamen Anstrengungen der Industrie oder der Regierungen, zumindest einen Teil der Last des Einkommensschocks zu übernehmen.

Der Preisverfall ist eng mit dem starken Wachstum der Kakaoproduktion in den letzten Jahren verbunden, der zum Teil durch den Aufbau neuer Anbaugebiete auf Kosten von Regenwäldern vorangetrieben wurde. Dafür verantwortlich ist auf der einen Seite das Desinteresse vieler Unternehmen an den Umwelteffekten, die eine billige Versorgung mit Kakao mit sich bringt, und auf der anderen Seite das nahezu vollständige Versagen der Regierungen bei der Durchsetzung der Erhaltung geschützter Flächen. Mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Wälder Westafrikas sind mittlerweile verschwunden.

Kinderarbeit ist weiterhin weit verbreitet im Kakaosektor. Schätzungen zufolge arbeiten 2,1 Mio. Kinder alleine auf den Kakaoplantagen der Côte d’Ivoire und Ghanas. Die Kinderarbeit hat eine Reihe von unterschiedlichen Gründen. Darunter befinden sich strukturelle Armut, der Anstieg der Kakaoproduktion sowie ein Mangel an Schulen und weiterer Infrastruktur. Kein Unternehmen und keine Regierung erreicht derzeit das vom Kakaosektor definierte Ziel einer Beendigung der Kinderarbeit. Sie sind weit davon entfernt ihre Selbstverpflichtung umzusetzen, die Kinderarbeit bis 2020 um 70 % zu reduzieren.

Die Anstrengungen des gesamten Sektors zur Verbesserung der Lebensbedingungen der kakaoanbauenden Familien, ihrer Gemeinden und der Umweltbedingungen hatten bislang wenig Wirkung. Die vorgeschlagenen Lösungen haben nicht einmal entfernt die Größenordnung und Reichweite, die notwendig wäre, um den Umfang der Probleme anzugehen.

Viele der derzeit laufenden Programme im Kakaosektor setzen immer noch auf technische Lösungen und dabei insbesondere auf verbesserte Anbaumethoden, während die Probleme und zugrundeliegenden Ursachen zu einem erheblichen Teil auf Machtverhältnissen und politischen Systemen beruhen. Dazu gehören die Preisbildung am Markt, die fehlende Verhandlungsmacht der FarmerInnen, die Marktkonzentration auf multinationale Unternehmen sowie der Mangel an Transparenz und Rechenschaft - sowohl von Regierungen als auch von Unternehmen.

Die vergangenen beiden Barometer waren der Startschuss der Diskussion über die Lebensgrundlagen der Bäuerinnen und Bauern. Mittlerweile werden existenzsichernde Einkommen als ein Eckstein eines nachhaltigen Kakaosektors gesehen. Das vorliegende Barometer erläutert daher tiefergehend, wie eine „Garantie existenzsichernder Einkommen“ aussehen könnte. Zusätzlich dazu benötigen Kakaoanbaugebiete eine ausreichende lokale Infrastruktur, darunter Schulen, Gesundheitsversorgung und den Zugang zu Märkten. In diesem Bereich kommt den Unternehmen und Regierungen eine zentrale Rolle zu. Der zweite Schwerpunkt des Barometers ist daher der Fokus auf die Rolle von „Transparenz und Rechenschaft“ als Voraussetzung der Durchsetzung von Verbesserungen.

(Friedel Hütz-Adams u.a. 84 Seiten)

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Tagungsdokumentation: Herausforderungen für einen nachhaltigen Kakaosektor

Art.-Nr.: 2018-30

Erscheinungsjahr: 2018

Der Kakaosektor steht weiterhin vor großen Herausforderungen, insbesondere in den Hauptanbaugebieten Westafrikas. Durch den massiven Rückgang des Kakaopreises ab Ende 2016 und der dadurch sinkenden Einkommen kakaoanbauender Haushalte wurde die Situation dieser weiter verschlechtert. In Folge dessen könnten die im Rahmen von Nachhaltigkeits-projekten erzielten Fortschritte rückgängig gemacht werden – wenn dies nicht bereits geschehen ist.

SÜDWIND analysierte anlässlich des 100-jährigen Geburtstags der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die Relevanz von ILO-Konventionen für den Kakaosektor. Dabei wurde die Situation von abhängig Beschäftigten auf den Plantagen sowie von Saisonkräften und Sharecroppern betrachtet.

Anlässlich der Feiern zum 25-jährigen Bestehen des Schokoladenmuseums Köln wurden die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt. Darüber hinaus konnte mit VertreterInnen von Unternehmen, Zivilgesellschaft, standardsetzenden Organisationen und der Bundesregierung über konkrete Ansätze diskutiert werden, durch die eine Einhaltung der ILO-Konventionen gewährleistet werden könnte. Zum Auftakt dieser Diskussion wurden Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Anschließend tauschten sich Arbeitsgruppen darüber aus, wie positive Ansätze in die Breite getragen werden können.

Ziel der Tagung war ein offener Dialog darüber, mit welchen Projektansätzen bereits experimentiert wird, wie die Erfahrungen mit diesen sind und was diese Erfahrungen für den Aufbau zukünftiger Projekte bedeuten.

(Friedel Hütz-Adams, Kathrin Hegger, 18 Seiten)

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Fact Sheet: Die Unsichtbaren und ihre Rechte. HeimarbeiterInnen und die Internationale Arbeitsorganisation

Art.-Nr.: 2018-23

Erscheinungsjahr: 2018

HeimarbeiterInnen in der indonesischen Lederschuhindustrie sind vielfältigen Arbeitsrechtsverletzungen ausgesetzt. Sie verfügen über keine Arbeitsverträge, sind nicht sozi­alversichert und arbeiten zu sehr niedrigen Löhnen. Doch wenn die Arbeitsbedingungen von Heimarbei­terInnen so miserabel sind, welche Mechanismen gibt es dann, ihre Rechte zu schützen? Auf welche internationalen Standards können sich Heimarbeite­rInnen berufen, wenn sie ihre Rechte einklagen wol­len? Wieviel tragen diese zum tatsächlichen Schutz bei und welcher Schritte bedarf es, um die Rechte von HeimarbeiterInnen besser zu schützen?

(Anton Pieper, 6 Seiten)

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Fact Sheet: "Flinke Finger". Kinderarbeit auf indischen Baumwollsaatgutfeldern

Art.-Nr.: 2018-19

Erscheinungsjahr: 2018

Kinderarbeit kann unsichtbar in jedem Kleidungsstück oder Handtuch aus indischer Baumwolle stecken, denn Indien gehört zu den wichtigsten Baumwollproduzenten und -exporteuren weltweit. Wer Textilien und Bekleidung ohne Kinderarbeit anbieten (oder konsumieren) will, muss deshalb auch der Frage nachgehen, unter welchen Bedingungen das Saatgut produziert wurde, aus dem dann später die Baumwollfaser gewonnen und verarbeitet wurde.

(Dr. Sabine Ferenschild, 6 Seiten)

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"Flinke Finger". Kinderarbeit auf indischen Baumwollsaatgutfeldern

Art.-Nr.: 2018-18

Erscheinungsjahr: 2018

„Flinke Finger“ werden den Kindern nachgesagt, die auf indischen Baumwollfeldern zu Zehntausenden Saatgut produzieren. Ihre Arbeit kann unsichtbar in jedem Kleidungsstück oder Handtuch aus indischer Baumwolle stecken. Wer Textilien und Bekleidung ohne Kinderarbeit anbieten (oder konsumieren) will, muss deshalb auch der Frage nachgehen, unter wel­chen Bedingungen das Saatgut produziert wurde, aus dem dann später die Baumwollfaser gewonnen und verarbeitet wurde.

Bereits vor zehn Jahren hat der indische SÜDWIND-Partner „PRAYAS – Center for Labour Research and Ac­tion“ die Situation von Kindern auf Baumwollsaatgut­feldern im indischen Bundesstaat Gujarat untersucht. Ende 2017 hat PRAYAS im Auftrag von SÜDWIND die damaligen Untersuchungsergebnisse in einer umfang­reichen Vor-Ort-Recherche überprüft. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Zwar kann man von einem Rück­gang von Kinderarbeit im Rahmen von Lohnarbeit und Wanderarbeit auf weit entfernte Saatgutfelder ausge­hen. Allerdings nahm im Gegenzug die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen unter dem Deckmantel der „Familienarbeit“ zu. Als eine zentrale Ursache wur­den die anhaltend extrem niedrigen Löhne ermittelt, die weit unter dem staatlichen Mindestlohn liegen: Zu solchen Löhnen arbeiten meist nur Kinder, Jugendliche und Frauen.

Die Studie schließt mit umfangreichen Empfehlungen ab: ein differenziertes, verpflichtendes Berichtswesen von der Farmebene bis zu den Saatgutkonzernen unter Einbeziehung zivilgesellschaftlicher und staatlicher AkteurInnen steht hier im Mittelpunkt. Aber auch kon­sequentere gesetzliche Verbote von Kinderarbeit sowie Verbesserungen in den Anforderungen von Nachhal­tigkeitsstandards im Baumwollanbau unterstützen die Erreichung dieses zentralen SDG-Ziels der Abschaffung von Kinderarbeit.

(Dr. Sabine Ferenschild, 28 Seiten)

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Arbeitsrechte in der Informalität. HeimarbeiterInnen und die Internationale Arbeitsorganisation

Art.-Nr.: 2018-17

Erscheinungsjahr: 2018

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) widmet sich seit langem der Situation von ArbeiterInnen in der informellen Wirtschaft. Damit sind diejenigen ArbeiterInnen gemeint, die in nicht-registrierten und nicht-vertraglich abgesicherten Arbeitsverhältnissen tätig sind.

HeimarbeiterInnen stellen einen großen Anteil unter den Beschäftigten im informellen Sektor dar. Weltweit gehört der Großteil der zu Hause getätigten Arbeiten zu den am schlechtesten entlohnten Tätigkeiten. Zudem haben HeimarbeiterInnen insbesondere in Produktionsländern im Globalen Süden kaum Zugang zu sozialen Sicherungssystemen. Zum Schutz der HeimarbeiterInnen hat die ILO im Jahr 1996 das Übereinkommen über Heimarbeit (Nr. 177) verabschiedet. Kernanliegen des Übereinkommens ist es, HeimarbeiterInnen mit formell Beschäftigten gleichzustellen. Darüber hinaus hat die ILO noch zwei weitere Empfeh­lungen und ein Übereinkommen zum Schutz von ArbeiterInnen in der informellen Wirtschaft verabschiedet.

Doch wie viel tragen die Standards der ILO zum Schutz der Rechte von ArbeiterInnen in der informellen Wirtschaft bei?

Anhand des Beispiels von HeimarbeiterInnen in der in­donesischen Lederschuhindustrie wird erläutert, wie die Situation von HeimarbeiterInnen 20 Jahre nach der Ratifizierung des Übereinkommens über Heimarbeit aussieht und welcher Schritte es bedarf, um weltweit die Rechte von HeimarbeiterInnen besser zu schützen.

(Anton Pieper, 32 Seiten)

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Fact Sheet: Die Internationale Arbeitsorganisation und der Kakaosektor. Das Beispiel Ghana

Art.-Nr.: 2018-16

Erscheinungsjahr: 2018

Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Kakaoanbaugebieten Westafrikas sind in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dabei gibt es internationale Konventionen, die Menschen vor Ausbeutung schützen und zentrale Arbeitsrechte garantieren sollen. Eine zentrale Organisation zur Durchsetzung der Interessen von Beschäftigten ist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen. Diese wurde im Jahr 1919 mit dem global gültigen Anspruch gegründet, grundlegende Arbeits- und Sozialstandards ins Völkerrecht zu überführen und deren Durchsetzung zu garantieren.

(Friedel Hütz-Adams, 6 Seiten)

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Die ILO-Übereinkommen am Beispiel des Kakaosektors in Ghana. 100 Jahre für globale Arbeitsrechte

Art.-Nr.: 2018-12

Erscheinungsjahr: 2018

Die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Kakaoanbaugebieten Westafrikas sind in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Dabei gibt es internationale Konventionen, die Menschen vor Ausbeutung schützen und Arbeitsrechtsverletzungen verhindern sollen. Eine zentrale Organisation zur Durchsetzung der Interessen von Beschäftigten ist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen.

Eine Vielzahl von Übereinkommen der ILO berührt die Situation von Beschäftigten sowie der PächterInnen auf den Kakaoplantagen. Eine konsequente Durchsetzung dieser Übereinkommen, die von den Mitgliedsländern in nationales Recht übernommen werden sollen, könn­te in einem Land wie Ghana erhebliche Auswirkungen haben. Schätzungen zufolge leben rund 4 Mio. Men­schen in Ghana zumindest zu einem erheblichen Teil von den Einkommen aus dem Kakaoanbau. Bislang jedoch werden die Vorgaben der ILO-Überein­kommen häufig nicht umgesetzt. Beschäftigte auf den Plantagen erhalten in der Regel niedrige Löhne und Frauen werden schlechter bezahlt als Männer. Darü­ber hinaus ist Kinderarbeit weit verbreitet. Dies ist ein Bruch von ILO-Übereinkommen.

Auch sind weder die Beschäftigten noch die Bäuerin­nen und Bauern organisiert, wie es die ILO in ihren Übereinkommen vorschlägt. Daher sind sie nicht dazu in der Lage, ihre Interessen durchzusetzen und Preise für Kakao einzufordern, die existenzsichernde Einkom­men garantieren. Auch die Situation der vielen PächterInnen ist häufig prekär, und eine Empfehlung der ILO zur Verbesserung der Situation wird von der ghanaischen Regierung nicht umgesetzt.

In der vorliegenden Studie werden nicht nur die ILO-Übereinkommen, die den Kakaosektor betreffen, un­tersucht. Es werden auch Empfehlungen für verschie­dene Akteure, die eine Verbindung zum Kakaosektor haben, ausgesprochen.

(Friedel Hütz-Adams, 32 Seiten)

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PPP Zwei Paar Schuhe? Die Bedeutung der ILO für Heimarbeiterinnen am Beispiel Indonesien

Art.-Nr.: 2018-07

Erscheinungsjahr: 2018

Internationaler Schuhhandel, Fallbeispiel Heimarbeit in Indonesien, ILO-Übereinkommen und Empfehlungen

(Anton Pieper, 22 Seiten)

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Fact Sheet: Zwischen Recht und Realität. Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen

Art.-Nr.: 2017-47

Erscheinungsjahr: 2017

Was wäre gewesen, wenn die ArbeiterInnen, die in einer der Textilfirmen im Rana Plaza-Gebäude in Dhaka / Bangladesch arbeiteten, im April des Jahres 2013 über frei gewählte betriebliche Interessenvertretungen verfügt hätten? Wäre die Sicherheit der Beschäftigten wichtiger gewesen als das Geschäftsinteresse der Firmeninhaber?

Diese und andere „Was wäre wenn …“-Fragen kann man zwar nicht befriedigend beantworten, man kann aus ihnen aber für die Zukunft lernen. Für die Textil- und Bekleidungsfirmen in Bangladesch müsste das u.a. bedeuten, ihre Beschäftigten zur Wahl von Interessenvertretungen zu ermuntern und mit diesen gewählten VertreterInnen dann über die Arbeitsbedingungen im Allgemeinen und über die Sicherheit am Arbeitsplatz im Besonderen zu verhandeln.

Vor einem potentiellen nächsten Rana Plaza sind dafür noch erhebliche Schritte nötig. Doch nicht nur für die Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz ist die (theoretische und praktische) Vereinigungsfreiheit der Beschäftigten ein substanzieller Schritt. Auch für den Kampf um höhere Löhne oder die Reduzierung der regulären Arbeitszeit ist Vereinigungsfreiheit zentral.

(Dr. Sabine Ferenschild, 4 Seiten)

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