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Multi-Akteurs-Partnerschaft zu gendergerechtem Gesundheits- und Arbeitsschutz

Multi-actor partnership on gender-sensitive occupational health and safety

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Die meisten Beschäftigten in der Schuh- und Textilindustrie sind Frauen. Deshalb treffen diese auch die Folgen der oft gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen besonders. Das Geschlecht beeinflusst Risiken und Bedarfe: Frauen sind etwa verstärkt dem Risiko der (sexualisierten) Gewalt und Diskriminierung am Arbeitsplatz ausgesetzt. Gute sanitäre Bedingungen sind für die Gesundheit von Frauen noch wichtiger als für die der Männer. Hinzu kommt, dass die Belastungen durch Hausarbeit, Kinderbetreuung und schlecht bezahlter Arbeit insbesondere für viele Frauen weltweit einen großen psychischen und finanziellen Druck erzeugen.

Für Unternehmen ist es oft herausfordernd, sichere Arbeitsbedingungen über die gesamte Lieferkette hinweg zu gewährleisten. Es herrscht große Unsicherheit, wie Arbeits- und Gesundheitsschutz gendergerecht gestaltet werden können.

Seit Dezember 2021 arbeitet SÜDWIND zusammen mit den Partnerorganisationen FEMNET e.V., TURC in Indonesien und Cividep in Indien an einer gendersensitiveren Perspektive im Arbeits- und Gesundheitsschutz der Bekleidungs- und Schuhindustrie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Produktionsregionen in Indonesien und Indien sowie auf Handlungsmöglichkeiten in Deutschland.

Im Fokus der Multi-Akteurs-Partnerschaft steht die Förderung des Austauschs und die Vernetzung von Unternehmen, Arbeiter*innen, lokalen Gewerkschaften, bestehenden Initiativen, zuliefernden Betrieben und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Ziel ist darüber hinaus langfristig, die gesundheitliche Situation der Arbeiter*innen zu verbessern, indem

  • genderspezifische Gesundheitsrisiken identifiziert werden,
  • ein regelmäßiger Dialog zwischen allen relevanten Stakeholdern etabliert wird,
  • Guidelines zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Arbeiter*innen entwickelt und in ausgewählten Pilotbetrieben umgesetzt werden.

In den vergangenen Monaten konnte das Projekt bereits einige Meilensteine verzeichnen, wie aufschlussreiche Gespräche mit Unternehmensvertreter*innen und Expert*innen zum Thema und die Teilnahme an Treffen des deutschen Textilbündnisses, der FWF und anderen sowie an Kongressen wie dem „OECD Forum on Due Diligence in the Garment and Footwear Sector“.

Das Projekt, gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), läuft in der ersten Phase bis Ende 2024 und visiert auch zukünftig einen vertieften Austausch an.

Aus diesem Grund sind in naher Zukunft im Gesamtprojekt u.a. folgende Aktivitäten geplant:

  • Arbeitsgruppe zur Datenverfügbarkeit, -interpretation und -verwendbarkeit
  • Vortragsreihe zum Thema Gesundheit und Gender, um auf die spezifischen Anliegen und Fragen der Beteiligten einzugehen
  • Dialogforum aller am Projekt beteiligten Akteure
  • kontinuierlicher Dialog mit interessierten Unternehmen und Stakeholdern, die einen geschlechtersensiblen Ansatz für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit fördern wollen
  • Veröffentlichungen von Studienergebnissen und weiteren Erkenntnissen zum Thema

 

Sie sind ein Stakeholder des Schuh- oder Bekleidungssektors? Sie interessieren sich für einen gendersensitiven Ansatz im Arbeits- und Gesundheitsschutz? Die Teilnahme am Projekt ist auch zum jetzigen Zeitpunkt noch möglich.

Bei Interesse an Austausch, Anmerkungen oder Fragen zum Projekt kontaktieren Sie mich gerne.

Dr. Jiska Gojowczyk
gojowczyk@suedwind-institut.de

Vielen Dank, liebe Hanna, für die tolle Illustration! (@earthartlab)

 

English Version

Most workers in the footwear and garment industry are women. Therefore, they are particularly affected by the consequences of the often unhealthy working conditions. Gender influences risks and needs: Women are more exposed to the risk of (sexualised) violence and discrimination at the workplace. Good sanitary conditions are even more important for the health of women than for men. In addition, the burdens of housework, childcare and low-paid work create high psychological and financial pressure - for many women worldwide.

It is often challenging for companies to ensure safe working conditions throughout the supply chain. There is great uncertainty what gender-sensitivity and mainstreaming in occupational health and safety (OSH) is about.

Since December 2021, SÜDWIND has been working with the partner organizations FEMNET e.V., TURC in Indonesia and Cividep in India on an gender-sensitive perspectives in OSH in the garment and footwear industry. The focus is on production regions in Indonesia and India as well as on possibilities for action in Germany.

In the the multi-actor partnership, we promote exchange between buying companies, (female) workers, local trade unions, MSIs, supplying companies and civil society organizations.

The long-term goal is also to improve the health situation of workers by

  • Identifying gender-specific health risks
  • Establishing a regular dialogue between all relevant stakeholders,
  • Developing guidelines to improve the health situation of workers and implementing them in selected pilot companies.

In the past months, the project has already reached several milestones, such as productive conversations with company representatives and experts on the topic and participation in meetings of the German Textile Alliance, the FWF and others, as well as congresses such as the “OECD Forum on Due Diligence in the Garment and Footwear Sector”.

The project, funded by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), will run in its first phase until the end of 2024. It also aims to intensify exchange in the future.

The following activities, among others, are planned in the near future within the overall project:

  • Working group on data availability, interpretation and usability.
  • Series of lectures on the topic of health and gender to address the specific concerns and questions of the participants
  • Dialogue forum of all stakeholders involved in the project
  • Continuous dialogue with interested companies and stakeholders wishing to promote a gender-sensitive approach to OSH
  • Publications of study results and other findings on the topic

 

Are you a stakeholder in the footwear or clothing sector? Are you interested in a gender-sensitive approach to occupational safety and health? Participation in the project is still possible.

If you are interested in exchange or have comments or questions about the project, please feel free to contact me.

Dr. Jiska Gojowczyk
gojowczyk@suedwind-institut.de

Thank you, dear Hanna, for the great illustration! (@earthartlab)

 

  

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