Äthiopiens Wirtschaft unter Kriegsbedingungen

Die wirtschaftliche Lage Äthiopiens ist von internen kriegerischen Auseinandersetzungen und ihren fatalen Folgen sowie internationalen Krisen geprägt. Die gewaltsamen Konflikte verschärften die Situation der äthiopischen Bevölkerung: Viele Menschen waren auch in Friedenszeiten von Ernährungsunsicherheit und Armut betroffen. Der Großteil der äthiopischen Bevölkerung ist auf kleinbäuerliche Landwirtschaft angewiesen.
Die ethnischen Konflikten führten u.a. zu einem Rückzug ausländischer Direktinvestitionen in wichtigen Sektoren wie der Textil- und Bekleidungsindustrie. Seit einigen Jahren verfolgt die äthiopische Regierung ein ostasiatisch inspiriertes Industrialisierungsmodell, das die Textilindustrie als Exportsektor priorisiert. In diesem Zusammenhang sind zahlreiche Industrieparks entstanden, in denen vor allem ausländische Firmen Textilien produzieren. Arbeiter*innen (hauptsächlich junge weibliche Arbeiter*innen) in diesen Industrieparks sind mit extrem geringen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und genderspezifischen Risiken konfrontiert. Die Handlungsspielräume von Gewerkschaften in den Industrieparks und auch darüber hinaus in Äthiopien sind stark eingeschränkt.
Artikelnummer: 2026-01
Erscheinungsjahr: 2026
Umfang: 6 Seiten
Autor*innen: Ulrike Dufner, Paula Cäcilie Hummelsheim
Bildrechte: Aboodi Vesakaran/ Pexels











