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Mittwoch
18:00
Allerweltshaus e. V. & Alte Feuerwache, Köln

Geschlossene Gesellschaft? Von Druck und Widerstand: Aktionswoche zu Shrinking Spaces weltweit 2026

Veranstaltungsdaten: 02.09., 03.09., 05.09., und 11.09.2026 

Aktionswoche vom SÜDWIND-Institut und dem Allerweltshaus Köln. 

Aktivist*innen, NGOs, Künstler*innen, Gewerkschaften und soziale Bewegungen geraten weltweit zunehmend unter Druck. Sie werden kriminalisiert, in ihrer Arbeit eingeschränkt, diffamiert, ihre Gelder werden gekürzt, sie werden eingeschüchtert und teilweise gewaltsam verfolgt. 

Diese Entwicklung wird häufig als „Shrinking Spaces“ bezeichnet. Sie beschreibt das weltweite Schrumpfen von Handlungsspielräumen für zivilgesellschaftliches Engagement. Laut CIVICUS leben rund 97 Prozent der Menschen in Gesellschaften, in denen freie Meinungsäußerung und Protest eingeschränkt sind. 

Vor diesem Hintergrund lädt das SÜDWIND-Institut gemeinsam mit dem Allerweltshaus Köln im September 2026 zu einer interaktiven Aktionswoche in Köln ein. 

Ziel ist es, die vielfältigen Dimensionen von „Shrinking Spaces“ sichtbar zu machen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen – wissenschaftlich, aktivistisch und künstlerisch. 

Das Programm reicht von wissenschaftlichen Impulsen und Podiumsdiskussionen über interaktive Workshops, Literatur- und Comedy-Beiträge und Musik bis hin zu gemeinsamen Austauschmöglichkeiten. 

Nach den Veranstaltungen besteht die Möglichkeit zum Austausch bei Essen und Getränken. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Die Plätze sind jedoch begrenzt, daher bitten wir um Anmeldung

Veranstaltungsdaten: 02.09., 03.09., 05.09., und 11.09.2026  (2 Veranstaltungen an verschiedenen Orten) 

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Programm der Aktionswoche

1. Einführungsveranstaltung

Shrinking Spaces – Schrumpfende Handlungsräume in Deutschland und weltweit 

Mittwoch, 02.09.2026, 18.00-21.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln 

Detail:  Stand-up-Comedy mit Malte Küppers im Anschluss Podiumsdiskussion mit Pablo Campos (SÜDWIND-Institut), Michael Reckordt (PowerShift e.V.) und Dr. Franziska Oehm (Deutsches Institut für Menschenrechte
Kulinarisches Angebot: Argentinische Empanadas 
Sprache: Deutsch 
Weltweit geraten zivilgesellschaftliche Akteur*innen unter Druck: Aktivist*innen, NGOs, Gewerkschaften und soziale Bewegungen werden kriminalisiert, in ihrer Arbeit eingeschränkt und teils gewaltsam verfolgt. Auch in Deutschland und Europa nehmen Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen zu. Die Einführungsveranstaltung eröffnet die Aktionswoche mit einem Blick auf das Phänomen „Shrinking Spaces" – sowohl in seiner globalen Dimension als auch mit Bezug auf aktuelle Entwicklungen in Deutschland. In einer Podiumsdiskussion werden die strukturellen Ursachen und politischen Dynamiken hinter schrumpfenden Handlungsräumen beleuchtet. Im Anschluss sorgt ein Stand-up-Comedy-Beitrag für einen pointierten, humorvollen Blick auf das Thema. 

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2. Veranstaltung zu Nigeria

Shell & Shrinking Spaces in Nigeria – Der lange Kampf für Gerechtigkeit 

Donnerstag, 03.09.2026, 18.00-21.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln 

Detail: Filmvorführung des Dokumentarfilms „Esther and the Law“ & Gespräch mit Peter Emorinken-Donatus (Menschenrechts- und Umweltaktivist) und Paula Hummelsheim (SÜDWIND-Institut)
Kulinarisches Angebot 
Sprache:
 Film in englischer Sprache, das Filmgespräch in deutscher Sprache 

Shell zerstört im Zuge seiner Ölförderung in Nigeria in furchtbarer Weise die Umwelt des Niger Deltas und die Lebensgrundlage vieler Menschen. Dagegen haben sich Aktivist*innen eingesetzt, deren Widerstand systematisch zerschlagen wurden. Das erschreckendste Beispiel dafür war die Ermordung von Ken Saro-Wiwa und seiner Mistreiter – der Ogoni-Nine. Der Dokumentarfilm „Esther and the Law“ begleitet Esther Kiobel, die Witwe eines der Ogoni-Nine-Aktivisten, Dr. Barinem Kiobel, in ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Nach der Filmvorführung spricht SÜDWIND mit dem aus Nigeria stammenden Menschenrechts- und Umweltaktivisten Peter Emorinken-Donatus über den Film, die aktuelle zivilgesellschaftliche Situation in Nigeria sowie die Kriminalisierung von Umweltaktivismus.

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3. Veranstaltung zu Ecuador & Mexiko

Menschenrechtskämpfe im Rahmen von Freihandelsabkommen 

Samstag, 05.09.2026, 14.00-17.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln 

Detail: Podiumsdiskussion mit Juan Torres-Celi (interdisziplinärer Forscher mit einem Hintergrund in angewandter Ökologie, Agrarökologie und Entwicklungsprojektmanagement), Vania Pigeonutt (Journalistin, Storytellerin und Produzentin) sowie Pablo Campos (wissenschaftlicher Mitarbeiter beim SÜDWIND-Institut) und Musik des chilenischen Gitarristen Adebarán.
Sprache: Deutsch und Spanisch 

Freihandelsabkommen prägen die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Lateinamerika, Europa und Nordamerika maßgeblich, mit weitreichenden Folgen für arbeitsbezogene Menschenrechte. Am Beispiel von Ecuador und Mexiko wird diskutiert, wie Handelsregime Handlungsspielräume von Arbeiter*innen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen einschränken oder eröffnen können. Zudem werden strukturelle Zusammenhänge zwischen Handelspolitik und Shrinking Spaces beleuchtet. Der chilenische Gitarrist Adebarán wird uns mit música de raíz y resistencia latinoamericana begeistern.


Versión en español: Los tratados de libre comercio marcan de forma decisiva las relaciones económicas y políticas entre América Latina, Europa y Norteamérica, con consecuencias de gran alcance para los derechos humanos y laborales. Tomando como ejemplo a Ecuador y México, el evento debate cómo los regímenes comerciales pueden restringir o abrir espacios de acción para trabajadoras y trabajadores, sindicatos y movimientos sociales. En una mesa redonda, académicas y académicos de Ecuador y México, junto con Pablo Campos del Instituto SÜDWIND, analizarán las conexiones estructurales entre la política comercial y los "Shrinking Spaces".

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4. Veranstaltung zu Ghana

Human Rights in Ghana – A Conversation on Queer Activism, Criminalization and Shrinking Spaces 

Freitag, 11.09.2026, im Allerweltshaus Köln ,18.00-20.15 Uhr, danach Musik kulinarisches Angebot (ghanaische Speisen/Fingerfood) bis ca. 21.30 Uhr

Detail: Eine Veranstaltung von SÜDWIND e.V., der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, dem Allerweltshaus Köln und col.lit.ive. Podiumsdiskussion mit Angel Maxine, Musik von Angel Maxine und queerfeministische Literatur aus Ghana.
Westafrikanisches kulinarisches Angebot
Sprache/Language:
 Englisch/English 

Zwei ghanaische queere Aktivist*innen, Angel Maxine und Bright Amoabeng, sprechen über die aktuelle Lebensrealität queerer Menschen in Ghana: Im Mittelpunkt stehen die wachsende Kriminalisierung queerer Menschen und Aktivist*innen, ihre kolonialen Ursprünge und die aktuellen politischen Entwicklungen – insbesondere das kürzlich im Parlament verabschiedete Anti-LGBTQIA+-Gesetz. Sie diskutieren, wie sich Handlungsspielräume für queere Menschen immer weiter verengen und wie Menschen trotzdem versuchen, für ihre Rechte einzutreten.
Die beiden Aktivist*innen geben Einblick in ihr eigenes Engagement. Angel Maxine verbindet Aktivismus und Kunst und bringt ihre Musik an diesem Abend auch live auf die Bühne. Das Gespräch wird von der ghanaischen Aktivist*in Suhaidatu Dramani moderiert. Begleitet wird das Gespräch von Musik und von queerfeministischer Literatur aus Ghana – geschrieben von einer Aktivistin, die aktuell vor Ort lebt und organisiert ist. Im Anschluss gibt es ghanaische Speisen und Getränke sowie Raum für Austausch und Diskussion.

English Version: Two queer Ghanaian activists Angel Maxine and Bright Amoabeng will speak about the current realities of queer lives in Ghana: At the center of the conversation are the increasing criminalization of queer people and activists, its colonial roots, and recent political developments – in particular the Anti-LGBTQIA+ bill recently passed by parliament. They will discuss how space for queer people is shrinking, and how people continue to organize and fight for their rights despite these conditions. The two activists will also share insights into their own work. Angel Maxine connects art and activism and will bring her music to the stage during the event.  The conversation will be moderated by the Ghanaian activist Suhaidatu Dramani. The discussion will be accompanied by music as well as readings of queer feminist literature from Ghana – written by an activist who is currently based there and organizing on the ground. Afterwards, there will be Ghanaian food and drinks, as well as space for exchange and discussions

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5. Veranstaltung zur Türkei

ACHTUNG: Dies ist die einzige Veranstaltung, die nicht im Allerweltshaus stattfindet, sondern in der Alten Feuerwache Köln.

Was ist übrig von der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei? 

Freitag, 11.09.2026, 18:30-21:30, Alte Feuerwache, Köln 

Das SÜDWIND-Institut und das KulturForum TürkeiEuropa veranstalten einen Abend mit Paneldiskussion sowie Filmvorführung und anschließender Diskussion. 

Es werden sprechen:  
Sinem Adar,
 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leiterin des Centrum für angewandte Türkeistudien (CATS) der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin. Seit 2024 leitet sie den Themenbereich „Autokratisierung als Herausforderung für die deutsche und europäische Politik“ 
Süleyman Demirtaş, seit neun Jahren lebt der in Diyarbakır geborene Ingenieur und Geschäftsmann in Deutschland. Demirtaş, Bruder des seit 2016 inhaftierten Vorsitzenden der prokurdischen HDP, SelahattinDemirtaş, ist Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins für Friedensforschung e.V. QAD.

Auf der Veranstaltung wird Sinem Adar vor allem auf die aktuellen Entwicklungen in der Türkei eingehen und der Frage nachgehen, was vom Rechtsstaat eigentlich noch übrig ist und wie die Entwicklungen in den Oppositionsparteien zu bewerten sind.

Süleyman Demirtaş wird darlegen, was insbesondere die Kurden in der Diaspora von den politischen Entwicklungen in der Türkei erwarten.

Die Veranstaltung wird moderiert von Ulrike Dufner, SÜDWIND-Institut.  

Im Anschluss an die Paneldiskussion führen wir ab 19:30 Uhr den Film „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak vor. Der Film erhielt dieses Jahr den Goldenen Bären auf dem Berliner Filmfestival. Anschließend gibt es Gelegenheit mit Arif Ünal, Vorsitzender der KulturForums TürkeiEuropa, ehem. MdL Bündnis 90/Die Grünen über den Film zu sprechen.  

İlker Çataks bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Polit-Drama "Gelbe Briefe" macht spürbar, wie ein autoritärer Staat kritische Geister erst beruflich, dann privat bricht - und wie Existenzangst selbst die stärkste Liebe ins Wanken bringt.  

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