Arbeits- und Frauenrechte im Discountgeschäft. Aldi-Aktionswaren aus China

Seit vielen Jahren locken Lebensmitteldiscounter KundInnen durch sensationell billige Aktionswaren in ihre Filialen. In einigen Branchen wie dem Handel mit PCs und Textilien gelang es Discountern wie Aldi, Lidl und KiK, bedeutende Marktanteile zu erobern und Konkurrenten zu verdrängen. Aktionswaren sind zu einem Schlüsselelement im Wettbewerb des Einzelhandels geworden – mit dem Prinzip »Kostensenkung um jeden Preis«.
Einen hohen Preis zahlen jedoch diejenigen, die für Discounter arbeiten: die Beschäftigten in Filialen und Zulieferbetrieben, in der großen Mehrheit Frauen. Dies zeigen Blicke hinter die Kulissen von Aldi, Lidl, Schlecker und anderen Unternehmen, die 2008 in Medienberichten veröffentlicht worden sind: Mitarbeiterinnen in hiesigen Filialen wurden durch Kameras heimlich überwacht, ja wie im Fall von Aldi Nord wurde ihre Interessenvertretung sogar durch Bestechungszahlungen manipuliert.
Auch für die Beschäftigten in den weltweiten Zulieferbetrieben von Discountern in China, Indonesien oder Bangladesch ist der Arbeitsalltag weder recht noch billig: Arbeitsrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die Beschäftigten von Aldi-Zulieferern in China, die Elektronik- und Haushaltswaren, Kosmetika und Textilien für den größten deutschen Discounter herstellen, können von ihren Löhnen nur sehr mangelhaft leben, wie die vorliegende Publikation zeigt. Bis heute sind die Reaktionen von Discountern wie Aldi und Lidl auf Veröffentlichungen und Kampagnen zu ihrer globalen Beschaffungspraxis leider unzureichend.
SÜDWIND hofft, mit der vorliegenden Publikation auch branchenübergreifende KonsumentInnen- Kampagnen zu stärken und dadurch den Druck auf Discounter und auf die Politik in Richtung einer globalen Sozialverpflichtung von Unternehmen zu erhöhen. Neben einem Untersuchungsbericht aus China enthält diese Publikation ein Unternehmensportrait zu Aldi, Analysen der Entwicklungen im Einzelhandel und in der Debatte über die globale soziale Rechenschaftspflicht von Unternehmen sowie Handlungsmöglichkeiten für interessierte Organisationen und Einzelpersonen.
Artikelnummer: 2009-04
Erscheinungsjahr: 2009
Umfang: 60 Seiten
Autorin: Ingeborg Wick
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