SÜDWIND-Newsletter vom Juni 2026

Das EU-Lieferkettengesetz war ein wichtiger Schritt zum Schutz von Arbeiterinnen und Arbeitern in globalen Lieferketten. Zwei Jahre nach seiner Verabschiedung ist es unter massivem Lobbydruck an vielen Stellen abgeschwächt worden. Die Folgen sind bereits spürbar. Gewerkschaften die ihre Verhandlungsstrategien auf die neuen Gesetze ausgerichtet hatten wurden innerhalb kurzer Zeit ihrer wirksamen Mittel beraubt.
Im Newsletter berichtet SÜDWIND aus eigener Vernetzungsarbeit vor Ort. In Ecuador und Südafrika werden Pestizide eingesetzt die in Europa längst verboten sind, oft während Beschäftigte noch auf den Feldern arbeiten. Mindestlöhne werden systematisch umgangen indem Tageslöhne erst nach Erreichen unrealistischer Erntemenge ausgezahlt werden. Wer Gewerkschaften gründen oder Kontakt zu NGOs aufnehmen will riskiert die Entlassung. All das passiert in Lieferketten die deutsche Supermärkte beliefern.
Gleichzeitig zeigt SÜDWIND aus Mexiko dass Alternativen möglich sind. Biodiverser Anbau und Agroforst-Systeme werden bereits erfolgreich praktiziert. Sie brauchen jedoch faire Preise und politischen Rückhalt um sich durchzusetzen. Ein gut umgesetztes Lieferkettengesetz könnte auch hier Abhilfe schaffen indem beim Einkauf nicht mehr nur Preis und Qualität zählen sondern auch die Einhaltung von Menschenrechten.
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SÜDWIND tritt seit über 30 Jahren für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit ein. Aus diesem Grund arbeiten wir zu einem breiten Spektrum von Nord-Süd-Themen mit dem Ziel, ungerechte Strukturen aufzudecken, öffentlich zu machen, Handlungsalternativen zu bieten und so zu Veränderungen beizutragen. SÜDWIND ist dabei inhaltlich und finanziell unabhängig. Um gemeinsam mehr zu erreichen, kooperieren wir mit Akteur*innen auf lokaler, europäischer und globaler Ebene, mit Gewerkschaften, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen und Kampagnen. Wir forschen zu Themen wie Entwicklungszusammenarbeit, Frauen und Weltwirtschaft, Klimagerechtigkeit Nachhaltigkeit auf Finanzmärkten, zu Rohstoffen und Wertschöpfungsketten sowie zu Sozialstandards im Welthandel. In Deutschland verbinden wir unsere Recherchen mit entwicklungspolitischer Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir sind überzeugt: Dort, wo Menschen unter den Auswirkungen des globalen Wirtschaftssystems leiden, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Reichtum einiger weniger und der Armut vieler Menschen. Hierfür sind ungerechte wirtschaftliche und politische Strukturen verantwortlich und wir wollen dazu beitragen, diese zu ändern.









